Längst nicht gekannt.

Der Süden, das war immer unser Ziel. Wir wollten im Süden sein & die warme Luft auf der Haut spüren. Ich kann mich noch genau an dich erinnern, am Abreisetag standest du vor mir. Dein kleines buntes Sommerkleid lies dich noch schöner erscheinen, als du es sowieso schon warst. Die blauen Blumen auf deinem Kleid erinnern mich heute noch an deine Augen, wie sie im Sommer gefunkelt haben. Ich fuhr die ganze Zeit, bis in den Süden, dein Kopf aus dem Fenster – deine Haare wehten im Fahrtwind. Es ist als wäre dein Geruch auf der ganzen Strecke verteilt gewesen. „Steig einfach aus, lass das Auto stehen & geh irgendwo hin, wo dich niemand kennt."
Niemals hätte ich es über das Herz gebracht, dich allein zu lassen. Aber wie oft hast du das schon getan? Und warum sitze ich nun trotzdem hier am Steuer? Der Traum vom Süden? Unser Traum? Oder Dein Traum? Ich hielt an, dein Kopf weit aus dem Fenster gelehnt. Ist das hier nur dein Traum? Keine Antwort. Kehren wir gemeinsam wieder zurück? Immer noch keine Antwort.
Irgendwo, kurz vor dem Süden stehen wir jetzt hier. „Komm schon, steig wieder ein“, rufst du aus dem Auto und wie mechanisch folge ich deinen Worten ohne sie wirklich zu gehört zu haben. Kurz bevor die Sonne untergeht, sind wir da, irgendwo im Süden. Ziel erreicht. Es war die ganze Zeit schon still zwischen uns, aber jetzt im Hostelzimmer in dem die letzten Sonnenstrahlen des Tages zum Fenster herein scheinen und zeigen die der Staub seinen Tanz tanzt, ist es komisch. Still und komisch wie zwischen zwei Fremden & ich frage mich, inwieweit uns fremd sind.
Als ich aus dem Badezimmer komme, mit Handtuch um den Körper,sehe ich einen einfachen weißen Zettel auf dem Bett liegen auf dem steht: „Ich fahre in den Norden um allein, allein zu sein.“

11.12.13 14:45

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