"Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz."

Wer diese Wendung tatsächlich nutzt, und sie zu allem Übel auch noch aus lauter Selbstüberzeugung ernst nimmt, der kehrt sie nur ins Gegenteil.

Wer "unten" sagt, muss zumindest auch den Widerpart "oben" eingestehen; und wer diese Differenzierung zwischen Menschen ernsthaft vornimmt, ist ohnehin von beeindruckender Ignoranz. Denn diese Differenzierung ist gleichsam antagonistisch in ihrem Charakter; sie beschreibt keinen Entwicklungsprozess von A nach B, sondern den steten Widerspruch zwischen A und B, der der vermeintlich unüberwindbaren Gegensätze wegen unabwendbar zu sein scheint.
Dabei ist derjenige, der sich selbst nach "oben" hievt, um dann herablassend, und den Terminus des Niveaus missbrauchend, zu den Menschen "unter ihm" sich zu äußern, und dabei die Arroganz für sich zu negieren sucht, gerade der, der von der größten Arroganz zeugt; wer sich, als wäre es aus sich heraus selbstverständlich, in einer objektiv nicht einmal existenten Niveau-Hierarchie an der Spitze zu wissen glaubt, ist so selbstherrlich, dass es ihm geradezu richtig erscheint, Menschen ihrem "Niveau" entsprechend in kastenähnliche Stufen einzuteilen.
Dabei ist es bereits eine Unverschämtheit, so vermeintlich unanzweifelbar über das "Niveau" eines Menschen zu urteilen, wenn dieser Begriff so weitläufig und variabel anwendbar ist, dass es keinen festlegbaren Parameter gibt, welcher ein objektives Urteil zuließe.

Arroganz sieht nur von oben aus wie Niveau.

4.7.11 16:42

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


brains death / Website (4.7.11 22:16)
Top.
Hab den Spruch nie leiden können und jetzt weiß ich auch genau wieso :D

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